Referenzen: Laserreinigung in Restaurierung und Denkmalpflege





BuchempfehlungDresdner Residenzschloss
Laserreinigung des Portals an der ehemaligen Kapelle des Schlosses


Lasergestützte Entfernung von gealterten Ölfarbenschichten

Ein modernes Reinigungsverfahren ermöglicht die sensible und schonende Reinigung empfindlicher Sandsteinbildhauerarbeiten am Portal der ehemaligen Schlosskapelle des Dresdner Residenzschlosses (siehe auch Presseartikel DNN und folgende Poster).

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Problemstellung/Aufgabe

Die Oberfläche des 1555/ 56 von sächsischen und italienischen Bildhauern erstellten Sandsteinportales wurde letztmalig anlässlich der Erneuerung 1875 mit deckender Ölfarbe beschichtet, um eine ästhetisch gestaltende Homogenisierung der verwitterten Erscheinung und der zahlreichen neu hinzugefügten Ergänzungen am Portal zu erreichen, andererseits sicherlich auch, um den Stein vor weiterer Verwitterung zu schützen. Dieser Ölfarbenanstrich ist seitdem nicht mehr gepflegt oder erneuert worden. Der Schutzcharakter wandelte sich durch die Alterung und die damit verbundene Krakelierung der Farbschicht in einen die Steinsubstanz zerstörenden. Etwa 2/3 der Portaloberfläche trugen vor der Abtragung den mehrschichtigen, schwarz verfärbten und spröden Ölfarbenanstrich, der partiell zurückgewittert und Ursache z.T. massiver Schadstoff- und Feuchtigkeitsanreicherungen war. Daraus resultierte eine in Teilen extreme Steinschädigung durch mürbende, sandende und schuppende Steinsubstanzen unmittelbar unter der Ölfarbenschicht, die die unbedingt notwendigeá Abnahme der Ölfarbe sehr kompliziert gestaltete. Schäden, wie Risse im Stein, Absturzgefährdung von besonders reliefierten plastischen Teilen sowie Rostsprengung an historischen Dübel- und Ankerelementen aus Eisen erweiterten die Vorzustandssituation zu einem komplexen Schadensbild.


Technologische Überlegungen, Ausführung

Bereits seit 1973 gab es denkmalpflegerische Bemühungen, die Ölfarbe mit chemischen und mechanischen Mitteln zu entfernen. Die damit verbundenen Schäden an den oben beschriebenen Mürbzonen im Sandstein blieben nicht aus und ließen die Arbeiten zunächst stoppen. Später angesetzte Versuche mit modernen Lösungsmittelgelen und Mikropartikelstrahl-Verfahren waren ebenso wenig zufriedenstellend. Ein aussichtsreicher Versuch, die berührungslose Lasertechnik einzusetzen, erfolgte erst in den 1990er Jahren im Rahmen eines DBU-Forschungsprojektes - der Deutschen Bundessiftung Umwelt sei an dieser Stelle explizit gedankt - und führte zu der Einsicht, diese Technik zur Bearbeitung der wertvollsten und empfindlichsten Portalteile einzusetzen. Sie erwies sich als die effizienteste und für die Objektoberfläche schonendste Methode.


Die Ergebnisse

Durch die berührungsfreie Laserreinigung wurde ein in jeder Hinsicht überzeugendes Arbeitsergebnis erreicht. Kleinste Feinheiten und detailreiche Ausarbeitungen der renaissancezeitlichen Bildhauer kamen - mitunter völlig unerwartet - wieder in klarer Plastizität zum Vorschein - ein Effekt, der gerade angesichts der hohen Empfindlichkeit der Oberflächen mit keinem anderen Werkzeug als dem Laser hätte realisiert werden können.


Auskünfte erteilt:áDipl. Rest.áSven Taubert, Tel.: 0351-8385701


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